Ein Zwischenfazit

Die ersten drei Jahre bescherten bundesweit unter anderem 713 Vereinsdialoge und mehr als 7.000 Vereinsbesuche des DFB-Mobils. 3200 fußballpraktische Kurzschulungen und 1300 Kurzschulungen im Bereich Fußball-Management wurden für die Amateurvereine und ihre Mitarbeiter durchgeführt, mehr als 10.000 DFB-Junior-Coaches an Schulen ausgebildet. Die organisierten Spielangebote für den Ü-Bereich wurden ausgebaut, Futsal als offizielle Hallenfußball-Variante nach FIFA-Regeln fest in die Verbands- und Vereinsstrukturen integriert. Außerdem griff ein bundesweites Fairplay-Konzept - mit der Einführung der FairPlayLiga in den jüngsten Altersklassen als Bestandteil.

"Wir haben viel erreicht, daran wollen wir anknüpfen", sagt Reinhard Grindel. Darum ist der Masterplan um drei Jahre bis 2019 verlängert worden. Im Fokus stehen vor allem direkte Hilfen für Vereine und ihre Mitarbeiter durch Informations-, Qualifizierungs- und Beratungsangebote.

Die Entstehung und Entwicklung des Masterplans

Der Amateurfußball im Verein und Verband ist die Basis des Fußballs und insbesondere durch die Talentförderung auch das Fundament des Profi-Fußballs. In fast 26.000 Vereinen wird deutschlandweit Fußball gespielt.

Um den Amateurfußball auf die neuen Herausforderungen (u.a. demografischer Wandel) vorzubereiten und zukunftssicher aufzustellen, lud der DFB im Jahr 2012 Vertreter aller Ebenen (Regional- und Landesverbände, Kreise, Vereine) zum Amateurfußball-Kongress nach Kassel ein.

Auf diesem wurden letztlich fünf konkrete Aufträge formuliert, welche den Amateurfußball in Deutschland künftig entscheidend stärken und prägen sollen:

  • Image und Außendarstellung des Amateurfußballs verbessern
  • Stärkung des ehrenamtlichen Engagements
  • Fußballangebote der Vereine dauerhaft erhalten und fördern
  • Finanzierung des Amateurfußballs in Vereinen sichern
  • Serviceangebote der Verbände für die Vereine

Diese Kernziele dienten schließlich als Ausgangspunkt für den seither entwickelten Masterplan, dem Maßnahmenplan der ausgearbeiteten „Zukunftsstrategie Amateurfußball“.

Auf Grundlage des Amateurfußball-Kongresses 2012 ist die Zukunftsstrategie Amateurfußball entstanden. Sie hat zum Ziel, dass der DFB, seine Landesverbände und die Kreise/Bezirke durch eine gezielte Zusammenarbeit die Vereine so wirksam unterstützen, dass das weltweit einzigartige, bundesweit flächendeckende Netz von Amateurklubs mit bezahlbaren Fußballangeboten erhalten und gestärkt wird. "Der Ursprung der Stärke des deutschen Fußballs ist die Arbeit an der Basis, die zu 95 Prozent in den Vereinen auf Kreis- und Bezirksebene geleistet wird. Dieses Fundament wollen wir stützen, dieses Fundament wollen wir schützen", sagt DFB-Präsident Reinhard Grindel.
Auf dem DFB-Bundestag 2013 haben DFB, Landesverbände und Kreise einen gemeinsamen und verbindlichen Maßnahmenkatalog (Masterplan) gestartet. Im Kern beinhaltet der Masterplan Amateurfußball drei Handlungsfelder: Entwicklung des Spielbetriebs. Kommunikation. Vereinsservice.


Der Masterplan unterteilt sich in folgende drei Handlungsfelder:

1. Handlungsfeld: Kommunikation

Hier steht das Image des Amateurfußballs im Vordergrund: So wird unter anderem mit Hilfe der Amateurfußball-Kampagne mehr Aufmerksamkeit geschaffen. TV-Spots der Kampagne sind z.B. regelmäßig in den Halbzeitpausen der DFB-Länderspiele zu sehen. Daneben ist mit FUSSBALL.DE eine rein auf den Amateurfußball fokussierte Internet-Plattform vorhanden, die "Heimat des Amateurfußballs". Darüber hinaus wird der Dialog zwischen Vereinen und Verband gefördert, um stärker auf die Bedürfnisse der Vereine eingehen zu können.

2. Handlungsfeld: Entwicklung Spielbetrieb

Erste Änderungen in diesem Bereich, wie etwa die Möglichkeit der wiederholten Ein- und Auswechslung von Spielern in verschiedenen Spiel- und Altersklassen oder die Einführung der 7er Senioren Ü 32 wurden umgesetzt. In Zukunft sollen weitere Ideen und Maßnahmen erarbeitet werden, die den Spielbetrieb flexibler und besser gestalten. Zudem werden die Spielvarianten Beachsoccer und Futsal sowie alternative Fußballangebote gefördert und erweitert.

3. Handlungsfeld: Vereinsservice

Im Bereich Vereinsservice geht es einerseits darum, die Vereine vermehrt und besser über die Schulungs- und Beratungsangebote des BFV zu informieren. Zudem werden zusätzliche, auch dezentrale Angebote entwickelt, um die Vereine praxisorientiert in ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen. Dazu zählen sportpraktische Trainerlehrgänge, aber auch verwaltungsorientierte Schulungen in Bereichen wie Finanzen oder Ehrenamtsmanagement.


Artikelreihe zum BFV-Masterplan

Der BFV hat im Sommer 2014 eine Artikelreihe gestartet, in der die Zukunftsstrategie für den Amateurfußball und damit der Masterplan umfassend und konkret erklärt wird. Hier finden Sie die Links zu den einzelnen Artikeln:

Teil 1: Zukunftsstrategie Amateurfußball: Interview mit Bernd Schultz

Teil 2: Vom Kongress zum Masterplan

Teil 3: Das Handlungsfeld Kommunikation

Teil 4: Das Handlungsfeld Spielbetrieb

Teil 5: Das Handlungsfeld Vereinsservice

Teil 6: Jetzt geht es richtig los

Das Selbstverständnis des Amateurfußballs

"Der Amateurfußball im Verein und Verband ist die Basis des Fußballs und insbesondere durch die Talentförderung auch das Fundament des Profi-Fußballs.

Gemeinnützige Vereine im Amateurfußball mit ihrem ehrenamtlichen Engagement sind ein Wert an sich – sie bieten Identität, Zugehörigkeit, Gemeinschaft, Teilhabe mit Einfluss auf das Vereinsleben sowie qualitativ hochwertige und bezahlbare Angebote. Der Amateurfußball hat einen herausragenden Stellenwert und vielfältige Chancen.

Er steht aber auch vor neuen Herausforderungen wie dem demografischen Wandel, Veränderungen im Bildungssystem und der angespannten Situation der öffentlichen Finanzen. Um Chancen zu nutzen und Herausforderungen zu bewältigen, ist daher ein gemeinsames Selbstverständnis zum Amateurfußball wichtig. Ein Selbstverständnis, das Klarheit schafft und als Orientierungsmaßstab dient für Entscheidungen und einen gemeinsamen Handlungsplan.

Dieses Selbstverständnis umfasst den Begriff, den Wert und die Bedeutung des Amateurfußballs für alle Ebenen und Mitglieder im Deutschen Fußball-Bund. Es bezieht sich auf das Fußballspielen von Kindern und Jugendlichen, Frauen und Männern aller Altersgruppen sowie dessen Organisation auf Verbands- und Vereinsebene.

Das Schlüsselinstrument zur gemeinsamen Zukunftsgestaltung im Amateurfußball ist ein konstruktiver Dialog zwischen Verbänden, Vereinen und Fußballspielenden. Anknüpfend an den Amateurfußball-Kongress 2012 wurde das Selbstverständnis zum Amateurfußball in Zusammenarbeit mit Verantwortlichen aus DFB, Regional- und Landesverbänden, Bezirken, Kreisen und Vereinen entwickelt – zielorientiert, selbstkritisch, partnerschaftlich.

Dafür verdienen alle Beteiligten herzlichen Dank!"

Wolfgang Niersbach (ehem. DFB-Präsident)

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Bei Interesse wenden Sie sich bitte an den BFV-Ansprechpartner für den BFV-Masterplan.