Berliner Fußball-Verband e. V. (BFV)

Presse-Information

Berliner Fußball-Verband e. V. · Presse-Information 05/2021
Berlin, Freitag, 5. März 2021, 11:30 Uhr

Der Berliner Fußball-Verband gibt sich Leitlinien für geschlechtergerechte Sprache

In den Texten, die im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Berliner Fußball-Verbandes (BFV) verfasst werden, ist häufig von Vereinsvertreter:innen, Mitarbeiter:innen oder Fußballer:innen die Rede. Die Doppelpunkt-Schreibweise zum Adressieren aller Geschlechter/Zielgruppen hat sich durchgesetzt.

In den nachfolgenden Leitlinien wird diese Entscheidung erklärt, die Bedeutung geschlechtergerechter Sprache im Allgemeinen erläutert und eine Orientierungshilfe für alle Personen gegeben, die (redaktionelle) Inhalte für den BFV erstellen. Ebenso können die Mitgliedsvereine des BFV diese Leitlinien als Anregung für eigene Veröffentlichungen verstehen.

1. Warum sollte man über den Gebrauch geschlechtergerechter Sprache nachdenken?

Das Für und Wider des Gebrauchs geschlechtergerechter Sprache ist in den letzten Jahren in zahlreichen, teils hitzigen Debatten öffentlich diskutiert worden – und das ist auch sehr wichtig. Sprache ist nämlich keineswegs nur ein neutrales, wertfreies Mittel, um Botschaften zu transportieren. Sie formt gleichzeitig auch deren Inhalt und prägt das Denken und die Vorstellungen derjenigen Personen, die angesprochen werden.

Daher ist es wichtig, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass sprachliche Ausdrucksformen von unterschiedlichen Menschen unterschiedlich „gelesen“ werden können. Bezogen auf das generische Maskulinum heißt das, dass es mit Sicherheit Personen gibt, die beim Lesen des Wortes „Fußballer“ sowohl an männliche, weibliche als auch an diversgeschlechtliche Menschen denken. Andererseits gibt es auch diejenigen, die dies nicht tun, sondern nur das Bild eines Mannes im Kopf haben – das belegen verschiedene Studien. Gleichzeitig gibt es immer mehr Menschen, die sich nicht mitgemeint fühlen, wenn das generische Maskulinum verwendet wird. Um eine faire und inklusive Ansprache gewährleisten zu können, sind im Laufe der Jahre daher viele alternative Sprachformen entstanden.

2. Was unterscheidet den „Gender-Doppelpunkt“ von anderen geschlechtergerechten Schreibweisen?

Ein typographisches Zeichen als Wortzusatz deutet die geschlechtliche Vielfalt einer Personenbezeichnung an. Somit adressiert der „Gender-Doppelpunkt“, wie auch das „Gendersternchen“ (Fußballer*innen) und das „Gender-Gap“ (Fußballer_innen), alle Geschlechter. Das heute nur noch selten verwendete „Binnen-I“ (FußballerInnen) schließt diversgeschlechtliche Menschen hingegen nicht ein. Gegenüber den anderen genannten geschlechtergerechten Schreibweisen verfügt der „Gender-Doppelpunkt“ über ein Alleinstellungsmerkmal: Screenreader (Vorlesesoftware, die häufig von Menschen mit Sehbehinderung verwendet wird) lesen den Doppelpunkt im Gegensatz zum Sternchen und Unterstrich angenehmerweise nicht vor, sondern machen eine Pause. Der „Gender-Doppelpunkt“ ist somit die inklusivste der gängigen, geschlechtergerechten Schreibweisen.

3. Wie geht der BFV mit geschlechtergerechter Sprache um?

Der Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des BFV wird in seinen Veröffentlichungen weiterhin den „Gender-Doppelpunkt“ verwenden, weil dieser eine faire und inklusive Ansprache aller Zielgruppen gewährleistet Diese Vorgehensweise ist für alle anderen Verfasser:innen von BFV-Texten in Zukunft zwar nicht verpflichtend, weil Sprache eine individuelle Ausdrucksform ist und sich ständig weiter entwickelt, aber gewünscht und daher behält sich der Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit redaktionelle Anpassungen im Hinblick auf geschlechtergerechte Sprache vor. Selbstverständlich kann auch auf geschlechtsneutrale Schreibweisen (z.B. durch Partizipien: Teilnehmende, Übungsleitende etc.) zurückgegriffen werden und bei einer ausschließlich weiblichen Zielgruppe die feminine Form und bei einer ausschließlich männlichen Zielgruppe das Maskulinum in der Ansprache gewählt werden.

Glossar mit Formulierungshilfen

Konkrete Beispiele, wie Formulierungen im generischen Maskulinum geschlechtergerecht durch Alternativformulierungen ersetzt werden können, hat der BFV in einem Glossar zusammengefasst. Darin findet sich eine alphabetisch sortierte Auswahl von Begrifflichkeiten, die im Fußballkontext häufig verwendet werden.

BFV-Glossar mit geschlechtergerechten Alternativen (Download-PDF)

BFV-Leitlinien für geschlechtergerechte Sprache (Download-PDF)

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