Suchtprävention

Suchtprävention hat zum Ziel über legale und illegale Substanzen sowie Verhaltenssüchte wie Medienabhängigkeit und Glücksspielsucht im Beratungssetting oder in Form von Seminaren und Workshops aufzuklären. Menschen sollen dazu angeregt werden, sich mit dem Konsum und den Folgen auseinanderzusetzten und diese zu reflektieren, um so eine Enttabuisierung der Thematiken zu schaffen. Der BFV möchte durch Kampagnen vor allem junge Menschen im Berliner Sport für den verantwortungsvollen Umgang mit legalen Drogen, den Medien und dem Glücksspiel sensibilisieren.

Fachstelle für Suchtprävention

Die Fachstelle für Suchtprävention Berlin ist langjähriger Partner des Berlin Fußball-Verbandes. Im Auftrag der Senatsgesundheitsverwaltung setzt sie sich seit 2005 dafür ein Suchtmittelkonsum und riskantes Verhalten zu reduzieren. Zudem entwickelt und koordiniert sie als zentrale Kompetenzstelle suchtpräventive Angebote in Berlin.

Zentrale Aufgabe ist es, Ressourcen der Suchtprävention in Berlin zu bündeln, zu vernetzen und allen zugänglich zu machen. Es ist das Ziel den Konsum von Suchtmitteln sowie riskante Verhaltensweisen zu reduzieren, Suchtkarrieren zu stoppen und jungen Menschen ein "unabhängiges" Leben mit Zukunftsperspektiven zu ermöglichen.

Weitere Informationen sind hier zu finden: Fachstelle für Suchtprävention

Der Kontakt zur Fachstelle für Suchtprävention (gerne auch anonym) ist über folgende Kanäle möglich:

Glücksspielsucht

Hochgerechnet auf die Bevölkerung zeigen 429.000 Menschen ein mindestens problematisches Glücksspielverhalten.* Aktive Mitglieder aus Sportvereinen haben ein erhöhtes Risiko, eine Glücksspielproblematik zu entwickeln. Sportwetten zum Beispiel erweisen sich aufgrund ihrer Verknüpfung mit sportlichen Interessen als besonders reizvoll für Personen, die selbst Sport treiben oder glauben, viel über die Sportart zu wissen.

Bei einer Befragung von knapp 300 Personen aus 21 Sportvereinen in Bremen und Kiel gaben 52 % der Vereinsmitglieder an, in den vergangenen zwölf Monaten Wetten auf Sportereignisse abgeschlossen zu haben während dies nur 3 % der Allgemeinbevölkerung taten.** Die Zahlen zeigen, dass Sportwetten aufgrund ihrer Verknüpfung mit sportlichen Interessen insbesondere für sportaffine junge Männer besonders reizvoll sind. Diese Glücksspielform geht jedoch auch mit einem großen Suchtpotenzial einher. Weiterhin ist die Verfügbarkeit in Berlin mit über 400 Wettvermittlungsstellen*** und zahlreichen Webseiten sehr hoch und stellt ein erhebliches Risiko dar, ein problematisches Glücksspielverhalten zu entwickeln.

Präventionsprojekt Glücksspiel

Als Präventionsprojekt der pad gGmbH im Auftrag der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung umfasst das Angebot vielfältige Maßnahmen zur berlinweiten Prävention von Glücksspielsucht.

Das Leistungsspektrum umfasst:

  • Information, Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit
  • Unterstützung von Fachkräften und Institutionen
  • Vernetzung und Kooperation
  • Weitervermittlung ins Hilfesystem
  • Dokumentation und Evaluation

Wie kann ein Verein direkt unterstützt werden?

  • Materialien für alle Sportler:innen zum Bestellen (z.B. Flyer, Plakate, Postkarten)
  • Anonyme Umfragen über das aktuelle Wettverhalten der Sportler:innen mit Handlungsempfehlungen
  • Entwicklung einer Präventionskampagne gemeinsam mit dem Verein
  • Messenger-Ratgeber bei Glücksspielsorgen
  • Beratungsgespräche für Betroffene als auch Angehörige und Fachkräfte (E-Mail, Telefon oder vor Ort)
  • Unterstützung in Form kostenloser Veranstaltungen für den Verein (z.B. Fortbildungen, Elternabende, Workshops, Informationsstände bei Sportfesten) die inhaltlich und vom zeitlichen Umfang individuell an die Zielgruppe angepasst werden können

Kontakt zum Projekt:
Tel. 030-549881570
www.faules-spiel.de

Weitere Unterlagen zum Herunterladen:

Flyer Präventionsprojekt Glücksspiel

Infoblatt Sportverein

Wie erkennt man Glücksspielsucht?

Man unterscheidet zwischen sozialem Spielen und riskantem Spielen.

Das soziale Spielen findet meist in einem zeitlich begrenzten Rahmen im Freundes- oder Bekanntenkreis statt. Die Einsätze sind begrenzt und Vergnügen, Abwechslung und Unterhaltung stehen im Vordergrund.

Beim riskanten Spielen steigen die Einsätze und die Frequenz. Bei Verlusten kann nicht mehr aufgehört werden und der nächste Gewinn soll die erlittenen Verluste ausgleichen, wodurch mehr Geld verspielt wird als beabsichtigt. Die Kontrolle über das eigene Spiel geht zunehmend verloren. Soziale und berufliche Verpflichtungen werden immer stärker vernachlässigt.****

Beim riskanten Spielen besteht Handlungsbedarf, um Glücksspielsucht zu verhindern.

Präventive und professionelle Unterstützung bieten folgende Stellen an:

Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbh
Tel. 030-29352615
www.berlin-suchtpraevention.de l www.kompetent-gesund.de

Quellen:

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Banz, Markus (2019): Glücksspielverhalten und Glücksspielsucht in Deutschland. Ergebnisse des Surveys 2019 und Trends. BZgA-Forschungsbericht. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Köln.

**
Zielke, Manfred; Meyer, Johanna.; Meyer, Gerhard.; Hayer, Tobias (2013): Verbreitung von Sportwetten und glücksspielbezogenem Suchtverhalten in Sportvereinen. Eine Pilotstudie. In: Praxis Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation 92 (S 01), S. 189–196.

***
Abgeordnetenhaus Berlin (Hg.) (2019b): (Sport-)Wettbüros: In welchen Kiezen gibt es zu viele Zockerbuden? Schriftliche Anfrage der Abgeordneten Dr. Clara West (SPD) und Daniel Buchholz (SPD). Drucksache 18 / 18 464. Berlin.

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Infoblatt_Glücksspiel Online vom 18.04.2019 (Fachstelle für Suchtprävention)

Qualm- und alkoholfreie Sportplätze

Tabak, Nikotin, Alkohol und andere Drogen haben auf einem Sportplatz, vor allem bei Kinder- und Jugendspielen, nichts zu suchen. Daher hat der Berliner Fußball-Verband die Kampagne „Qualm- und alkoholfreie Sportplätze“ ins Leben gerufen. Eltern, Trainer:innen, Betreuer:innen und Fans sollen Vorbilder sein, auch wenn es darum geht auf den Konsum von Rauschmitteln zu verzichten.

Das Trinken von Alkohol kann zur Förderung einer aggressiven Stimmung beitragen und steht damit nicht für die Fairplay-Werte und die Anti-Gewalt-Arbeit, die der BFV vertritt und fördert. Außerdem soll verhindert werden, dass die Sportlerinnen und Sportler, vor allem aus dem Nachwuchsbereich, während ihrer Spiele dem Qualm von Zigaretten ausgesetzt sind, der unvermeidlich auf das Spielfeld zieht.

Der BFV möchte gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern, der Landeskommission Berlin gegen Gewalt, der Senatsverwaltung für Inneres und Sport sowie der Fachstelle für Suchtprävention Berlin, den Vereinen ein Hilfsmittel an die Hand geben, sodass möglichst alle Berliner Sport- und Fußballplätze als qualm- und alkoholfreier Raum gekennzeichnet werden können. Dies ist einerseits in Form eines Banners möglich, das am Eingang oder am Ballfangzaun des Sportplatzes aufgehängt werden kann und andererseits durch einen Bodenaufsteller (Popup), der an Spieltagen sichtbar für die Zuschauer:innen platziert werden kann. Abgebildet ist der Schriftzug „Sei ein Vorbild beim Jugendfußball – Bitte nicht rauchen und bitte auf Alkohol verzichten“.

Mit dieser Aktion sollen Eltern, Kinder und Jugendliche dafür sensibilisiert werden, dass Alkohol- und Tabakkonsum vor, während und nach einem Fußballspiel nicht gewünscht ist. Diese Aktion soll den Jugendschutz im Verein stärken und einen gesunden Lebensstil fördern.

Das Material kann über das Online-Formular des BFV angefragt werden.

Podcast der Fachstelle für Suchtprävention Berlin: Suchtprävention und Sport

Medien, Nikotin, Alkohol? Mehr Sicherheit im Erziehungsalltag!

Die Fachstelle für Suchtprävention Berlin und die AOK Nordost veröffentlichen eine gemeinsame Kampagne zur Suchtprävention.

Konsumgüter wie Medien, Nikotin und Alkohol sind Teil des Alltags geworden. Aber wie können Eltern ihre Kinder dabei unterstützen, verantwortungsvoll mit solchen Dingen umzugehen? Die Videokampagne des BFV-Premium-Partners AOK Nordost und der Fachstelle für Suchtprävention soll auf genau diese Problematiken im Erziehungsalltag aufmerksam machen. Eine tolle Aktion mit wichtiger Botschaft!

Natürlich gut drauf. Na klar, ich stehe nicht auf Alkohol.

Gemeinsame Kampagne des Berliner Fußball-Verbandes e. V. und der Fachstelle für Suchprävention im Land Berlin.

Der Startschuss der Kampagne erfolgte bei der Meisterehrung 2011 des Berliner Fußball-Verbandes e. V. (BFV). Bernd Schultz, Präsident des BFV, erklärt hierzu: „Wir wollen sowohl junge Fußballerinnen und Fußballer als auch die Erwachsenen für den Sport begeistern. Dazu gehört es auch, dass man als junger Mensch lernt, maßvoll im Rahmen des Jugendschutzes mit Alkohol umzugehen. Erwachsene haben die wichtige Aufgabe, ein gutes Vorbild zu sein. Hier leistet die Kampagne einen wertvollen Beitrag.“

Facts der Kampagne:

  • Fotowand mit dem Motto „Berliner Fußball-Natürlich gut drauf. Na klar, ich stehe nicht auf Alkohol.“ ist auf Fußball- und Sportveranstaltungen mit dabei. Fußballbegeisterte Jungs, Mädchen, Männer, Frauen, Familien, Paare oder Teams können sich selbst fotografieren oder fotografieren lassen.
  • 6 Postkarten-Motive, mit der die Kampagne in allen Berliner Fußball-Vereinen bekannt gemacht wird.
  • Es gab einen Wandkalender 2012 für alle Berliner Fußball-Vereine.
  • Es wird ein Baustein zur Alkoholprävention für die Qualifizierungsoffensive des BFV erstellt.
  • Weitere Infos zur Kampagne: www.berlin-suchtpraevention.de

Umgang mit Schmerzmitteln im Amateurfußball

Medikamente einnehmen, um Leistung zu ermöglichen oder auch zu steigern – dies ist in der Gesellschaft ein zunehmend verbreitetes und akzeptiertes Vorgehen. Schmerzmittel werden mit einer kritisch zu sehenden Selbstverständlichkeit sogar vorsorglich konsumiert, wie auch eine Befragung zum Schmerzmittelkonsum im Amateurfußball des Recherchezentrums Correctiv aufzeigt. Eine besondere Rolle kommt zunehmend den „nur“ apothekenpflichtigen, frei verkäuflichen Schmerzmitteln zu.

Der Vereinssport ist ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche lernen, dass sportliche Betätigung sich positiv auf Befinden und körperliche Entwicklung auswirken. Wenn sie jedoch beobachten, dass die Bereitschaft zur Einnahme von Medikamenten quasi eine Bedingung ist, um ihr Hobby auf einem gehobenen Leistungsniveau auszuüben, werden unter Umständen früh Anreize zur gesundheitsschädlichen Nutzung des eigenen, noch in der Entwicklung befindlichen Körpers angebahnt. Sie lernen die eigenen körperlichen Grenzen nicht kennen, Schmerz als wertvolles Warnsignal des Körpers wird ausgeschaltet, die Verletzungsgefahr steigt – abgesehen von den mitunter erheblichen gesundheitlichen Folgen, z.B. in Form von Herzerkrankungen, Magen- und Nierenschäden sowie einer Übertragung des problematischen Medikamenten-Konsummusters auf andere Lebensbereiche.

Um dieser Entwicklung entgegenzutreten, braucht es frühestmöglich präventive Impulse hin zu einer verantwortungsvollen Haltung im Umgang mit Medikamenten und weiteren Suchtmitteln im Sport sowie einer Reflexion des Prinzips „Leistung um jeden Preis“.

Gerade erwachsene Vereinsmitglieder und Leistungsträger:innen sind hier in der Verantwortung und sind Vorbild für Kinder und Jugendliche. Hierzu bietet der Berliner Fußball-Verband für Trainer:innen und Betreuer:innen den „Kinder- und Jugendführerschein“ an. Im Baustein „Suchtprävention im Verein“ wird von der Fachstelle für Suchtprävention Berlin neben weiteren legalen und illegalen Substanzen und riskanten Verhaltensweisen auch das Thema Schmerzmittel im Sport beleuchtet und Handlungsmöglichkeiten im Vereinsalltag thematisiert.

 

Informative Links und Kontakte

Informationen zur Medikamenteneinnahme oder zu Risiken anderer Substanzen erhalten Vereine in der Fachstelle für Suchtprävention Berlin. Wenn Sie die Präventionsarbeit im Verein starten oder intensivieren möchten, wenden Sie sich gerne an die Fachstelle unter folgendem Kontakt:
Fachstelle für Suchtprävention Berlin

Betroffene von riskantem oder übermäßigem Medikamentenkonsum können sich an die Berliner Alkohol- und Medikamentenberatungsstellen wenden – Kontaktadressen findet man hier:
Regionale Sucht- und Drogenberatungsstellen in Berlin

Das „Infoblatt Medikamente“ der Fachstelle informiert zu Wirkungsweisen, Konsummotiven, Risikogruppen, Präventions-, Beratungs- und Hilfsangeboten: Informationsblatt Medikamente

Weitere Informationen erhält man auch bei der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

 

Fortbildung der Fachstelle für Suchtprävention

Fortbildungen zum Thema Medikamente bietet in Berlin die Fachstelle für Suchtprävention Berlin an. Für die Fortbildung „Zwischen Selbstoptimierung und Medikamentenmissbrauch – Suchtprävention bei riskantem Medikamentenkonsum“ am 29. September 2020 kann sich hier angemeldet werden:

Fortbildung Medikamente, 29. September 2020 - 9:00 bis 17:00 Uhr