Die SR-Disziplinarkommission

Mit Beginn der neuen Spielzeit 2015/16 ist ein weiterer Teil des bis 2017 fortgeschriebenen Pilotprojektes gestartet—die Disziplinarkommission: Sie setzt sich zusammen aus:

Dr. Peter Thiel (SC Staaken), Vorsitzender

Christoph Marschner (Hertha BSC) stellvertretender Vorsitzender

Jörn Halfter (Hertha 03 Zehlendorf), Beisitzer

Andreas Neitzel (1. FC Wacker 21 Lankwitz), Beisitzer

Stefan Nitz (SC Staaken), Beisitzer

Die Kommission wurde auf Vorschlag des Schiedsrichterausschusses von den Lehrgemeinschaft ohne Gegenstimme gewählt und hat im Sommer nach Ernennung durch das Präsidium des BFV ihre Arbeit aufgenommen.

Die Komission steht für alle Belange im SR-Wesen zur Verfügung und kann von jedem Schiedsrichter angerufen werden.

Hier die Kontaktdaten:

sr-disziplinarkommission@berlinerfv.de

Für die Kontaktaufnahme reicht eine einfach Mail aus oder es können folgende Formulare benutzt werden:

Verfahren als Antragssteller

Verfahren als Antragsgegner

 

 

Interview mit dem Leiter der Disziplinarkommission Dr. Peter Thiel

Der neue Leiter der SR-Disziplinarkommission Dr. Peter Thiel hat sich in einem Interview mit SR-Aktuell zu den Aufgaben der neuen Institution geäußert: 

SR-Aktuell: Wie beurteilst Du die Einrichtung der Disziplinarkommission und die Idee insgesamt?

Dr. Peter Thiel: Unser Schiedsrichterausschuss hat eine mutige und weitsichtige Entscheidung getroffen: er hat eine Kommission ins Leben gerufen, der er seine Ahndungsbefugnisse übertragen hat.

Mutig ist die Entscheidung schon deshalb, weil es eine solche „Institution“ im deutschen Schiedsrichterwesen nicht gibt. Es wurde Neuland betreten. Mutig ist sie aber auch deswegen, weil ihr ein enormes Vertrauen entgegengebracht wird.

Weitsichtig ist die Entscheidung, weil sie dem Grundsatz nach „Neutralität und Transparenz“ folgt und damit zu größerer Objektivität im Berliner Schiedsrichterwesen beiträgt. Die Mitglieder der Disziplinarkommission wissen, dass sie eine besondere Aufgabe übernommen haben. Sie werden alles in ihren Kräften stehende tun, um das in sie gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen.

SR-Aktuell: Wie arbeitet die Disziplinarkommission?

Dr. Peter Thiel: Unserem Schiedsrichterausschuss ist es gelungen, fünf erfahrene und qualifizierte Schiedsrichter für die Mitarbeit in der Disziplinarkommission zu gewinnen. Die Kommission wird auf Grund eines Antrages z. B. eines Schiedsrichters tätig. Nach entsprechender Vorbereitung kann eine mündliche Verhandlung zur weiteren Klärung des Sachverhaltes stattfinden. Um die Zusammenarbeit mit allen Schiedsrichtern zu erleichtern, haben wir auf der Homepage der Berliner Schiedsrichter Antragsformulare und die Verfahrensordnung zur Verfügung gestellt. Wir wollen nicht nur in den Grenzen eines förmlichen Verfahrens tätig werden, sondern auch Berater für diejenigen Schiedsrichter sein, die sich nicht sicher sind, ob sie überhaupt ein formales Verfahren wollen. Deshalb steht die Disziplinarkommission unter der Telefonnummer 0170—322 80 20 oder unter der Mailadresse: sr-disziplinarkommission@berlinerfv.de zur Verfügung.

SR-Aktuell: Welche Prämissen hat die Disziplinarkommission?

Dr. Peter Thiel: Das Selbstverständnis der Mitglieder der Disziplinarkommission geht davon aus, dass wir mit unserer Tätigkeit dazu beitragen wollen, das Ansehen des Schiedsrichterwesens zu bewahren und zu schützen. Deshalb ist es unser Bemühen, etwaige Konflikte zu befrieden und damit zu einem besseren Verständnis beizutragen. Die Qualifikation der Mitglieder bietet Gewähr dafür, dass die an uns gestellten Aufgaben mit der gebotenen Sachlichkeit gelöst werden können. Die Komplexität der Materie erfordert ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen. Soweit die Umstände des Einzelfalls dieses zulassen, werden wir die bisherige Kontinuität fortsetzen, ohne jedoch etwaige Veränderungen außer Betracht zu lassen. Hier dürfen wird auf die langjährigen Erfahrungen des SRA zurückgreifen, die uns in vertrauensvoller Zusammenarbeit geboten werden.

SR-Aktuell: Eignet sich dieses Modell auch für andere Landesverbände?

Dr. Peter Thiel: Grundsätzlich halte ich unser Modell für nachahmenswert, weil es der Entwicklung eines modernen Schiedsrichterwesens dient. Ob und inwieweit es sich konkret für die anderen Landesverbände eignet, kann ich nicht abschließend beurteilen. Zunächst muss es ja einen mutigen SRA geben, der sich einer solchen Herausforderung stellt und sein Model beschließt. Dieses muss in Übereinstimmung mit den geltenden Satzungen und Ordnungen geschehen. Besonderes Augenmerk ist dabei auf die Besetzung des Gremiums zu legen, denn dem sollen ja die Ahndungsbefugnisse übertragen werden.

Soweit ich die Haltung unseres SRA einschätzen kann, wird er sicherlich genauso wie die Disziplinarkommission beratend und helfend zur Verfügung stehen. Zusammenfassend bin ich dankbar, dass es unserem SRA gelungen ist, fünf Schiedsrichter mit diesen Qualifikationen für die Mitwirkung in der Disziplinarkommission zu finden.

Auch wenn wir uns in einem auf zwei Jahre befristeten Pilotprojekt befinden, so wünsche ich mir doch, die Mitwirkung weitere qualifizierter Schiedsrichter. Deshalb bitte ich sowohl Schiedsrichter als auch z. B. die Lehrgemeinschaften, uns personell zu unterstützen.