Neujahrswünsche des Vorsitzenden des Schiedsrichterausschusses

In seinen Neujahrswünschen geht Jörg Wehling auf die Herausforderungen des neuen Jahres ein und spricht von den ersten Vorhaben für Jahr 2019.

Liebe Schiedsrichterinnen,
liebe Schiedsrichter,

ein gutes und erfolgreiches Jahr 2019 wünsche ich euch im Namen des gesamten Berliner Schiedsrichterausschusses und wir hoffen, dass ihr auch 2019 wieder engagiert und mit viel Tatendrang die Schiedsrichterei ausübt. Euch sei für den außerordentlichen Einsatz in 2018 sehr herzlich gedankt, ob als Schiedsrichterin oder Schiedsrichter auf dem Feld, als Beobachterin oder Beobachter am Spielfeldrand oder im Bereich der Ansetzer, Referenten, Paten, LG-Leitungen, Leitungen der Förderkader oder als Mitglied der Disziplinarkommission.

Der Jahreswechsel eignet sich immer sehr gut für einen Blick zurück. Und da fällt ins Auge, dass wir leider deutlich weniger Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter geworden sind, als wir zu Beginn des Jahres 2018 waren. Allein im Sommer mussten wir knapp 150 Unparteiische aus den verschiedensten Gründen abmelden. Mal fehlte die obligatorische Regelprüfung, mal die Motivation oder andere Fragen standen im Vordergrund. Das ist nicht nur bedauerlich, sondern führt die Ansetzer jedes Wochenende zu besonderen Kraftakten, um wenigstens die wichtigsten Spiele zu besetzen. In der Kreisliga C ist uns das bislang nicht mehr durchgängig gelungen! Dabei ist die Nachfrage nach unserem Hobby ungebrochen. Auch in 2018 haben wir unter Verantwortung von Stefan Schumacher wieder eine Menge neuer Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter ausgebildet, gerade läuft noch ein Anfängerlehrgang speziell für Geflüchtete. Die Konfrontation mit der Realität auf dem Spielfeld und leider auch immer wieder Gewalterfahrungen machen vielen der neu Ausgebildeten unser Hobby nicht zur Herzenssache. Als einer von sechs Pilot-Landesverbände des DFB haben wir hier reagiert und ab diesem Jahr gehört die Patenschaft mit drei Spielen zum Ausbildungsprogramm dazu. Erst nach dem Praxistest ist die Ausbildung komplett und der DFB-SR-Ausweis ist die Belohnung für das komplette Programm. 

Ganz dringender Handlungsbedarf besteht in 2019 bei der Atmosphäre auf dem Platz, dem Respekt gegenüber dem Schiedsrichterwesen sowie die Akzeptanz unserer Entscheidungen. Wir können nicht ständig neue Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter ausbilden, die uns dann wegen der mangelnden Wertschätzung auf den Berliner Sportplätzen wieder im größeren Maße davonlaufen. Sicher, wir machen Fehler - und manchmal auch völlig überflüssige Fehler. Dieses ist aber noch lange kein Grund, uns nicht angemessen anzuerkennen. Dieses Thema geht nicht nur uns etwas an, sondern muss im Zusammenspiel mit Verband und Vereinen deutlich stärker in der Öffentlichkeit behandelt werden. Aus diesem Grund wird diese Frage nicht nur Schwerpunkt der Arbeit des Schiedsrichterausschusses sondern auch des Präsidiums des Berliner Fußballverbandes in 2019 sein. 

Ein wichtiger Baustein für unser Hobby ist eine angemessene Entschädigung. In 2019 wird sich der Verbandstag mit dem Antrag des SR-Beirates beschäftigen und hoffentlich werden zum 01.01.2020 die neuen Spesen in Kraft treten. Nach dem ersten Schritt in 2018 mit der Erhöhung der Beobachterspesen sowie für die Referenten und Lehrgemeinschaften muss nun der zweite Schritt folgen. Davor steht noch viel Überzeugungsarbeit in den Vereinen bei der der Schiedsrichterausschuss auf eure Unterstützung zählt.

So wie es im Moment aussieht, wird 2019 auch ein Jahr von vielen Regeländerungen. Was im Moment am Horizont auftaucht, verspricht einige Veränderungen in den Grundfesten der bisherigen Fußballregeln. Damit werden wir uns spätestens im Frühjahr beschäftigen müssen. Es wird also ein spannendes Jahr 2019.

Der Schiedsrichterausschuss freut sich auf die gemeinsame Zusammenarbeit, hofft auf euer tolles Engagement und wünscht einen guten Start ins Jahr 2019. 

Herzlicher Gruß
Jörg Wehling

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