Bela Wiethüchter zu Gast beim Sommerlehrgang des NFV-Talentkaders

Vom 25. August bis zum 27. August 2017 fand der alljährliche Sommerlehrgang der Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter des Talentkaders Niedersachsen in der Verbandssportschule Barsinghausen statt. Mit Bela Wiethüchter durfte auch ein Berliner Schiedsrichter als Gast an diesem Lehrgang teilnehmen, von welchem er hier berichtet.

 

Aus der Praxis für die Praxis - Schiedsrichterassistent der 2. Bundesliga zu Gast

 

Nach der Anreise und einer Begrüßung bei Kaffee und Kuchen erfolgte die Einweisung in die Regeländerungen zur neuen Saison sowie der obligatorische Regeltest. Es schloss sich das absolute Highlight dieses Freitags an: Mit Franz Bokop hatte der Niedersächsische Fußballverband (NFV) einen Schiedsrichterassistenten der 2. Bundesliga als Gastreferenten eingeladen, da beinahe alle Lehrgangsteilnehmer als Assistenten in der Junioren-Bundesliga zum Einsatz kommen. Sehr praxisnah und offen ging dieser dabei auf alles ein, was mit dem Assistieren zusammenhängt. Von Fahnenzeichen über die Beurteilung von komplexen Abseitsszenen bis hin zu Feinheiten in Zusammenarbeit und Absprache; Franz Bokop referierte - unter anderem auch anhand von Videoszenen und stets auf eigene Erfahrungen im Elite-Bereich zurückgreifend - anschaulich und praxisnah. Unter anderem dem Thema Abseits, aber auch anderen Dingen wie beispielsweise dem Video-Assistenten (VAR) widmete sich anschließend Bernd Domurat, der Vorsitzende des Verbandsschiedsrichterausschusses Niedersachsen. Beispielsweise der Frage, wann ein Eingriff des VAR überhaupt möglich ist, wurde hierbei anhand von Videosequenzen auf den Grund gegangen. Zu guter Letzt ließen Lehrgangsleitung und die Teilnehmenden den Abend beim gemeinsamen Grillen ausklingen.

 

Ein Tag der Praxis - Spielbeobachtung und FIFA-Test

 

Der zweite Lehrgangstag begann nach Frühstück und gemeinsamem Posieren für die Gruppenfotos mit der praktischen Leistungsprüfung. Gelaufen wurde hier der FIFA-Test mit 10 Runden der 30sek/35sek-Norm. Nach dem Mittagessen wurden nun gemeinsam die Grundlagen einer Schiedsrichterbeobachtung erarbeitet. Dieser Komplex blieb jedoch keineswegs trocken und theoretisch, sondern wurde sogleich in Form einer Gruppenbeobachtung in der Praxis erprobt. Hierfür wurde das Plenum der Teilnehmenden in neun unterschiedliche Gruppen eingeteilt; eine für jede Beobachtungsrubrik. Auf diese sollte dann beim Oberliga-Derby zwischen dem 1. FC Wunstorf und Arminia Hannover ein besonderes Augenmerk gelegt werden. Eine interessante Erfahrung, bei einer Oberliga-Partie mal in der Rolle eines Beobachters zu stecken und eine Bewertung der Leistung des Schiedsrichters abgegeben zu müssen.

Zurück in der Sportschule folgte eine zwar an sich theoretische, aber sehr praxisnahe und interessante Einheit: Der FIFA Assistenten-Test in Video-Form. Hierbei bekam die Gruppe jeweils hintereinander knappe und zumeist gegenläufige Abseitsszenen vorgespielt. Im Anschluss musste dann jeder für sich selbst nicht nur entscheiden, ob eine Abseitsposition vorlag oder nicht; man musste auch noch anhand von vier Abbildungen (A bis D) angeben, wie weit der jeweilige Angreifer sich im Abseits befand. Eine zwar sehr anspruchsvolle Einheit - keiner der Teilnehmer erreichte auch nur annähernd die volle Punktzahl - aber auch eine großartige Übung, um die eigene Wahrnehmung von Abseitssituationen schulen zu können.

 

Ein interessanter Lehrgang geht zu Ende

 

Der letzte Lehrgangstag begann mit dem, was am vorherigen Tag vorbereitet wurde: Die Auswertung der Gruppenbeobachtung. Nun stellte also jede Gruppe positive und negative Aspekte in der jeweiligen Rubrik vor und sollte auch eine Gesamteinschätzung der Schiedsrichterleistung abgeben. Besonders interessant war auch, dass die einzelnen Punkte direkt mit dem offiziellen Schiedsrichterbeobachter der Oberliga-Partie diskutiert werden konnten.Nach ein paar Schlussbemerkungen und Feedback zum Lehrgangsablauf war dieses Wochenende auch wieder vorbei. Auf der Rückfahrt konnte ich auf kurzweilige, lehrreiche und interessante drei Tage zurückblicken. Und natürlich - und das zeichnet auswärtige Lehrgänge besonders aus - auf drei Tage voller Austausch mit Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern aus anderen Landesverbänden und auf neu geknüpfte Freundschaften.


Bela Wiethüchter