BFV-Sportgericht verhängt hohe Geldstrafen

Für das Fehlverhalten von Fans und Spielern werden die Vereine zur Kasse gebeten. Foto: Getty Images.

Für das Fehlverhalten gewaltbereiter Fans und von Spielern ausgeübte Sachbeschädigung werden Vereine belangt.

Um die Sanktionen nachvollziehbar zu veranschaulichen, werden die folgenden Sachverhalte anonymisiert dargestellt.

Vereine haften für das Verhalten ihrer Anhänger

Im Rahmen der Austragung eines D-Juniorenspiels wurde das Schiedsrichtergespann nach Abpfiff von einem angetrunkenen Zuschauer angegangen. Dieser wurde durch das Tragen eines Fan-Schals als Anhänger des Heimvereins identifiziert. Strafschärfend berücksichtigte das Sportgericht, dass der Zuschauer die deutlich jüngeren Unparteiischen auf der Rasenfläche bedrängen konnte, ohne dass ein Vertreter des Heimvereins den Schutz des Schiedsrichterteams gewährleistete. Erst durch das Einschreiten einer unparteiischen Person konnten weitere Belästigungen unterbunden werden. Das Sportgericht erteilte eine Geldstrafe von 100 Euro.

Gewaltaktionen der Gästefans

Im Nachgang desselben Spiels kam es zu weiteren Vorfällen, die nun aber von Sympathisanten der Gästemannschaft ausgingen. Auf dem Weg in die Schiedsrichterkabine kamen den Unparteiischen zwei Gästeanhänger entgegen, die die drei Schiedsrichter beleidigten und ihnen wuchtige Ellbogenschläge auf den Brustbereich versetzten. Anschließend entfernten sich die beiden Angreifer.

Da die beiden Täter eindeutig als Anhänger des Gastvereins identifiziert werden konnten, wurde dieser in Haftung genommen. Angesichts des schwerwiegenden tätlichen Angriffs auf die jungen Schiedsrichter setzte das Sportgericht eine Geldstrafe von 450 Euro fest.

Sachschäden haben Verweis zur Folge

Im Anschluss an ein B-Juniorenspiel entstanden Sachschäden an einer Sportanlage. Nachdem einige Spieler ihre Unzufriedenheit mit vorangegangenen Schiedsrichterentscheidungen durch heftiges Treten gegen die Kabinentür des Unparteiischen äußerten, ließen die Spieler ihrem Frust auch in der eigenen Kabine freien Lauf. Es wurde ein Loch in der Tür zur Dusche hinterlassen, die augenscheinlich eingeschlagen oder eingetreten wurde.

Dem Verein ist vorzuwerfen, dass dem vorhandenen Frustpotenzial seiner Spieler nicht entschieden entgegengetreten wurde. Es wurde ein Verweis (schärfere Verwarnung) ausgesprochen. Bei weiteren Vergehen erfolgt damit sofort eine Geldstrafe. Zudem wurde der Verein durch das Sportgericht dazu verpflichtet, den Schaden wieder gutzumachen.