Fußball mit Flüchtlingen

Der Fußball mit Flüchtlingen nimmt eine zentrale Rolle im Berliner Fußball ein. Immer mehr Vereine möchten geflüchtete Menschen durch den Sport integrieren. Dabei kommen zumeist eine Reihe von Fragen auf, die durch die folgenden Ausführungen erklärt werden sollen. 

In Berlin leben viele Menschen, die aufgrund von Verfolgung, Hunger oder Krieg aus ihrer Heimat fliehen mussten. Der Fußball kann diesen Flüchtlingen eine Möglichkeit zur Freizeitgestaltung und aktiven gesellschaftlichen Teilhabe bieten. Er kann etwas Leichtigkeit in den Alltag zurückbringen und den Flüchtlingen dabei helfen, sich in ihr neues soziales Umfeld einzuleben und zu integrieren.

Einige soziale Einrichtungen, Projekte und Berliner Fußballvereine sind bereits aktiv und engagieren sich vorbildlich. Doch beim Engagement für Flüchtlinge tauchen vor Ort in den Vereinen oft Fragen auf:

  • Wie finde ich einen Verein, der Flüchtlinge aufnimmt?
  • Wie sind Flüchtlinge eigentlich versichert?
  • Welche Besonderheiten gelten beim Antrag auf eine Spielberechtigung?
  • Wo bekommen engagierte Vereine Unterstützung?

Im Folgenden finden Sie Antworten auf diese und weitere Fragen.

FUSSBALL GRENZENLOS - Ein Willkommensprojekt des BFV


Vereinssuche und Ansprechpartner

Vereinssuche, Ansprechpartner und Beratungsstellen

Auch für geflüchtete Menschen steht jeder Berliner Fußballverein offen. Gemäß des Integrationsgedankens des Berliner Fußball-Verbandes, fördern wir die Einbeziehung von geflüchteten Menschen in die bestehenden Vereine und Teams. Die Erstellung eines Spielerpasses beim BFV ist kostenlos.

Unter folgenden Links können Sie Vereine in Ihrer Umgebung finden:

http://fussballrouteberlin.de/service/#clubs

http://berliner-fussball.de/topnav/vereine

Bei weiterführenden Fragen können Ihnen folgende Ansprechpartner und Institutionen behilflich sein:


Ansprechpartner im Berliner Fußball-Verband e.V.: 

Mehmet Matur (Präsidialmitglied Integration)

Karlos El-Khatib (hauptamtlicher Mitarbeiter & Projektleiter Fussball Grenzenlos)

Moritz Künne (Bundesfreiwilligendienst & Projektassistenz)


Weitere Ansprechpartner & Beratungsstellen

Beauftragte des Senats von Berlin für Migration und Integration

Flüchtlingsrat Berlin e.V.

Bundesfachverband Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge e. V.

Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer e. V.


Meldewesen und Versicherung

Informationen für Fußballvereine, die Flüchtlinge aufnehmen und unterstützen wollen

Kranken- und Haftpflichtversicherung

Flüchtlinge, die am Trainings- und Spielbetrieb teilnehmen, sind wie alle anderen Mitglieder über den Landessportbund Berlin (LSB) versichert.

Dies gilt für aktive und passive Mitglieder und Nicht-Vereinsmitglieder, die als Helfer/innen zur Durchführung satzungsgemäßer Veranstaltungen beauftragt werden oder die am Trainingsbetrieb des Vereins unter Leitung eines beauftragten Übungsleiters mit dem Ziel teilnehmen, nach 4 Wochen dem Verein beizutreten, wie auch für Teilnehmer an einmaligen Veranstaltungen, die von den Vereinen durchgeführt werden.

Ergänzend besteht über den LSB eine, für die Vereine kostenfreie, pauschale Zusatzversicherung für alle Vereine, die Sportangebote für Flüchtlinge bereithalten. Demnach besteht ein Versicherungsschutz beispielsweise auch bei offenen Angeboten eines Vereins, für die keine Mitgliedschaft erforderlich ist.

Spielberechtigung

Für einen Spielerpassantrag ist zum Zeitpunkt der Antragstellung ein gültiger Aufenthaltstitel bzw. ein „blauer“ Flüchtlingspass, eine Aufenthaltsgestattung oder eine Duldung erforderlich. Da eine Verlängerung dieser Dokumente der Regelfall ist, spielt ihre Gültigkeitsdauer für die Passstelle des Verbandes keine Rolle und kann kein Grund für die Ablehnung einer Spielberechtigung sein.

Kinder bis zum vollendeten 9. Lebensjahr müssen neben dem Antrag auf Erteilung einer Spielberechtigung nur die Kopie eines Personaldokumentes (z.B. Aufenthaltsgestattung oder Duldung) einreichen.

Bei Kindern ab dem 10. Lebensjahr und Erwachsenen wird laut FIFA-Vorgaben zusätzlich ein "internationaler Freigabeschein" benötigt, um sicherzustellen, dass weltweit nur eine Spielberechtigung existiert. Der Freigabeschein wird mit dem Antrag auf Spielberechtigung über den Landesverband beantragt und vom Verband des jeweiligen Herkunftslandes ausgestellt. Folgende Dokumente müssen dabei zur Identifizierung und Prüfung eingereicht werden:

  • Antrag auf Spielberechtigung
  • Zusatzformular für erforderliche Angaben von Spielern aus dem Ausland
  • Kopie eines Personaldokumentes (z.B. Aufenthaltsgestattung oder Duldung)
  • Meldebescheinigung
  • Zusatzformular der Eltern bzw. des Vormundes, dass sie nicht aus wirtschaftlichen Gründen nach Deutschland gekommen sind

Nach Einreichung der erforderlichen Unterlagen bei der Passstelle beantragt der BFV über DFB und FIFA den internationalen Freigabeschein. Falls vom angefragten Nationalverband nach 30 Tagen keine Rückmeldung auf die entsprechende Anfrage erfolgt, kann die Spielberechtigung unter Vorbehalt erstellt werden.

Hierbei werden persönliche Daten an den Fußballverband des Herkunftslandes übermittelt. Dies steht im Gegensatz zum Vorgehen der Behörden im Asylverfahren, die grundsätzlich keinerlei Kontakt zum Herkunftsland aufnehmen dürfen. Da Kontakte in die Heimat mitunter auch für die dort noch lebenden Freunde und Angehörigen Probleme mit sich bringen können, sollte unbedingt vor der Beantragung mit den betroffenen Flüchtlingen bzw. ihren Eltern oder ihrem Vormund ein Gespräch geführt werden. Bei Bedenken oder Rückfragen wird empfohlen, den Landesverband zur Klärung des konkreten Einzelfalls zu kontaktieren.


1:0 für ein Willkommen

Initiative „1:0 für ein Willkommen“

Der DFB unterstützt über seine Egidius-Braun-Stiftung finanziell Fußballvereine, die sich für Flüchtlinge engagieren. Die Stiftung startet dazu partnerschaftlich mit der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration sowie mit zusätzlicher Unterstützung der Nationalmannschaft im Rahmen der Initiative „Kinderträume“ in den Jahren 2015 und 2016 ein neues Sonderprojekt und fördert deutschlandweit unter dem Motto „1:0 für ein Willkommen“ jährlich bis zu 600 Fußballvereine einmalig mit einem Betrag in Höhe von 500 €.

Antragsstellung

Antragsberechtigt sind alle DFB-Mitgliedsvereine, die sich beispielweise mit offenen Spielangeboten auf dem Vereinsgelände, einer kostenfreien Mitgliedschaft im Verein, durch ihr Engagement in Gemeinschaftsunterkünften oder die Organisation von Trainingskleidung oder Fahrdiensten für Flüchtlinge einsetzen. Die Fördermittel können formlos bei der Stiftungsgeschäftsstelle in Hennef beantragt werden. Die Anträge sind postalisch oder per E-Mail (info@egidius-braun.de) an die Stiftungs-Geschäftsstelle zu richten. Über die Vergabe der Mittel entscheiden die zuständigen Stiftungsgremien. Die Prüfung der Anträge wird über die jeweiligen Landesverbände erfolgen.

Anträge können formlos oder anhand folgender Vorlage erstellt und eingereicht werden: Anmeldung 1:0 für ein Willkommen (PDF als Download) 

DFB-Vizepräsident Eugen Gehlenborg zur Initiative

Eugen Gehlenborg, im Verband zuständig für Sozial- und Gesellschaftspolitik sowie geschäftsführender Vorsitzender der DFB-Stiftung Egidius Braun, erläutert: „Angesichts der neuen Herausforderung, die auf die Welt, Europa und Deutschland zugerollt gekommen ist, können und wollen wir nicht abseits stehen, wenn es darum geht, Flüchtlinge in unserer Gesellschaft willkommen zu heißen. Zahlreiche gelungene Beispiele aus der ‚Fußballfamilie‘ haben uns zu unserem Engagement ermutigt. Wir wollen den engagierten Klubs beim Helfen helfen.“

Beispiele für ein förderungswürdiges Engagement

  • ein offenes Spielangebot auf dem Vereinsgelände
  • die Verabredung einer speziellen Schulpartnerschaft
  • eine kostenfreie Mitgliedschaft im Verein
  • die Bereitstellung von Trainingstextilien
  • ein Engagement in Gemeinschaftsunterkünften
  • die Begleitung bei Behördengängen
  • die Organisation von Fahrdiensten aus den Unterkünften in den Verein
  • Besuche in Übergangswohnheimen

Weitere Informationen

Weitere Infos zur Förderung und der Antragstellung finden sich im Internet unter: http://www.egidius-braun.de/kindertraeume/

Anträge per Post oder E-Mail an die Stiftungs-Geschäftsstelle:

  • E-Mail: info@egidius-braun.de
  • Adresse: DFB-Stiftung Egidius Braun Geschäftsstelle, Sövener Str. 50, 53773 Hennef
  • Telefon: 02242 - 918 85 0
  • Fax: 02242 - 918 85 21