Ausschuss für Integration & Vielfalt

Zentrale Aufgabe des AfIV ist die Unterstützung der Berliner Vereine in der täglichen Integrationsarbeit durch den Fußball. Durch eine intensive Betreuung, wie beispielsweise durch "AfIV on Tour", möchte der Ausschuss die Vereine mit den gesellschaftlichen Problemen und Fragen nicht alleine lassen.

Ausschuss für Integration & Vielfalt - Flyer

Die Arbeit des Ausschusses für Integration und Vielfalt (AfIV)

In Deutschland leben rund 18,6 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, allein 964.000 davon in Berlin. Die Integration von Menschen unterschiedlicher kultureller und ethnischer Herkunft ist eine dauerhafte gesellschaftliche und politische Aufgabe, der sich der Berliner Fußball-Verband in besonderem Maße stellt. Beim ordentlichen Verbandstag vom 6.10.2007 wurde der Ausschuss für Integration und Migration (AfIM), als Nachfolger der AG Integration, in der Satzung des Berliner Fußball-Verbandes verankert. Dadurch wurde die Wichtigkeit der Integrationsarbeit im Verband deutlich zum Ausdruck gebracht. Beim Verbandstag 2017 wurde die Umbenennung in „Ausschuss für Integration und Vielfalt“ (kurz AfIV) beschlossen. Hierdurch wird den wachsenden Aufgaben in einer vielfältigen Stadt Rechnung getragen.

Zentrale Aufgabe des AfIV ist die Unterstützung der Berliner Vereine in der täglichen Integrationsarbeit und Schaffung von vielfältigen Vereinsstrukturen durch den Fußball. Durch eine intensive Betreuung, wie z.B. durch "AfIV on Tour", möchte der Ausschuss die Vereine mit den gesellschaftlichen Problemen und Fragen nicht alleine lassen! Getreu dem Integrationsmotto des Berliner Fußball-Verbandes: "Gemeinsam spielen - gemeinsam leben!"


Aktionen des AfIV


Aufgaben des Ausschusses im Überblick

Beim Verbandstag 2017 wurde die Umbenennung in „Ausschuss für Integration und Vielfalt“ (kurz AfIV) beschlossen.

Die Aufgaben des Ausschusses für Integration und Vielfalt sind:

  • Förderung von Maßnahmen zur Gleichstellung aller gesellschaftlichen Gruppen im Berliner Fußballsport
  • Unterstützung von Vereinen mit überwiegend Migranten in Verbands-, Satzungs- und Rechtsfragen sowie in Fragen der Integration, Vielfalt und Toleranz
  • Durchführung von Projekten zur Integration Anerkennung zur Konfliktmediation in Zusammenarbeit mit dem Ausschuss für Fairplay & Ehrenamt
  • Durchführung spezieller Fortbildungsangebote für Vereine mit überwiegend Migranten in Zusammenarbeit mit dem Ausschuss für Qualifizierung

Die abgeleiteten Ziele lauten wie folgt:

  • Entwicklung des friedlichen Zusammenlebens der hier beheimateten unterschiedlichen Sportvereine
  • Zusammenwachsen der unterschiedlichen Kulturen durch den Fußballsport
  • Sicherheit im Umgang mit Satzungs- und Rechtsfragen für Vereine mit Migrationshintergrund Förderung des offenen Umgangs zwischen Verband und Vereinen mit Migrationshintergrund

Aktuelles

Der AfIV besucht die Syrisch-Orthodoxe Kirche St. Jakob

Nach dem erfolgreichen Besuch der Kirche „Zum guten Hirten“ im März 2018 stand ein weiterer Besuch in einem Glaubenshaus an.

Am 3. Dezember 2018 besuchte der Ausschuss für Integration und Vielfalt (AfIV) mit Vereinsvertreter/innen des Berliner Fußball-Verbandes die Syrisch-Orthodoxe Kirche St. Jakob in Berlin-Tiergarten.

Passend zu Weihnachten wurde die Syrisch-Orthodoxe Kirche besucht, die ihren Gottesdienst auf aramäisch abhält. Diese sei nicht nur die älteste gesprochene Sprache der Welt, sondern auch die Sprache, die Jesus Christus gesprochen hat.

Vor Ort wurden die Teilnehmer vom dortigen Diakon, Herrn Amill Gorgis und Pfarrer Kaso Murat Uzel begrüßt und anschließend durch die Kirche geführt. Alle Interessierten hatten dabei die Möglichkeit, ihre ganz persönlichen Fragen zu stellen.

Zum Abschluss des Besuchs wurde gemeinsam im Gemeinderaum zu Abend gegessen. Dabei tauschten sich alle Anwesenden über den Kirchenbesuch, den Fußball und Themen darüber hinaus aus.

Religionen sind prägend für unsere Gesellschaft und Kultur

Religionen haben großen Einfluss auf den Alltag von Gläubigen, aber auch von Nichtgläubigen. Beispielsweise durch Feiertage und Feste, Bräuche, Redensarten und Moralvorstellungen. Viele Fußballvereine richten eine Weihnachtsfeier aus, einige Menschen beten vor dem Spiel, andere können aufgrund des Ramadan nicht am Training teilnehmen, um nur wenige Ausschnitte zu nennen, wie Religion und Fußball miteinander verbunden sind. Kenntnis über verschiedene Religionen und der Dialog zwischen Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen, kann zu gegenseitigem Verständnis und Toleranz führen.

Im Rahmen von „AfIV on Tour“ besucht der Ausschuss mit Vertreterinnen und Vertretern der Berliner Fußballvereine Synagogen, Moscheen und Kirchen, um mehr über die unterschiedlichen Religionen und Kulturen zu erfahren und den gegenseitigen Austausch zu fördern. Außerdem wird jährlich das Spiel „Pfarrer gegen Imame“ durchgeführt.

Im Frühjahr 2019 steht bereits ein weiterer Besuch einer Glaubensgemeinde an. Der AfIV wird diesmal die Vereinsvertreter/innen in eine Berliner Synagoge einladen.

"Pfarrer vs. Imame 2018": Ein Fest für Fairplay und Toleranz

Am Samstag, den 29. September 2018, trafen sich zum 13. Mal christliche und muslimische Geistliche zu einem interreligiösen Fußballspiel in Berlin.

Am Wochenende war es wieder soweit: Da luden der Ökumenische Rat Berlin-Brandenburg, das Berliner Missionswerk/Ökumenisches Zentrum, die Initiative Berliner Muslime, die Islamische Föderation, der Berliner Fußball-Verband und die Anglikanische Kirche (St. Georges) zu Berlin zum 13. Interreligiösen Fußballspiel „Pfarrer gegen Imame“ auf der Sportanlage des TuS Makkabi Berlin. Umrandet wurde das Fußballspiel von einem Jugend- und Fairplay-Turnier, das vom BFV-Projekt FUSSBALL GRENZENLOS, gefördert durch die Zukunftsinitiative Stadtteil II und den Masterplan für Integration und Sicherheit, organisiert wurde sowie einem anschließenden Podiumsgespräch zum Thema „Fußball, Glaube und Rassismus“.

Bei perfektem Fußballwetter begann der Tag mit einem Jugend- und Fairplay-Turnier, an dem Kinder und Jugendliche mit und ohne Fluchthintergrund teilnahmen. Das Besondere: Die Teams konnten nicht nur punkten, indem sie die Spiele gewannen, sondern wurden auch für besonders faires Spiel belohnt. Neben einem Spielbeobachter, der das Fairplay der Teams bewertete, konnten sich die Mannschaften gegenseitig Punkte für anständiges und faires Verhalten auf dem Fußballplatz geben.

13. interreligiöses Fußballspiel: Zeichen für Vielfalt und Toleranz

Im Anschluss an das Turnier standen sich dann Pfarrer und Imame zum mittlerweile traditionellen Fußballspiel gegenüber. Vor Spielbeginn schwor Burhan Kesici, Generalsekretär des Islamrates für die Bundesrepublik Deutschland, die Spieler beider Teams auf den friedlichen Geist der Veranstaltung ein und betonte die Wichtigkeit der Begegnung: „Dieses Fußballspiel ist ein Zeichen des Dialogs zwischen den Religionen, an dem sich unsere Gesellschaft ein Beispiel nehmen muss.“ BFV-Präsident Bernd Schultz hob die nachhaltige Wirkung der interreligiösen Zusammenkunft hervor: „Diese Begegnung ist ein Austausch der Religionen, der über den Fußball hinausgeht.“

Fußball wurde natürlich auch gespielt, und das hart umkämpft, aber jederzeit fair und respektvoll. Dafür sorgte nicht zuletzt Schiedsrichter Evgeny Plyukhin vom TuS Makkabi Berlin, der als Vertreter der jüdischen Gemeinde mit dabei war. Am Ende war die Freude über die tolle Veranstaltung bei allen Beteiligten groß; die Imame hatten sogar noch einen Grund mehr zum Feiern. Sie konnten sich knapp mit 2:1 durchsetzen und nach zwei Jahren endlich wieder die Trophäe in die Höhe strecken.

„Wir wünschen uns eine dynamische Gesellschaft"

Nachdem alle eine kleine Stärkung zu sich genommen hatten, ging es zum nachdenklichen Teil der Veranstaltung über. Unter dem Titel „Fußball, Glaube und Rassismus“ diskutierten Roland Herpich, Direktor des Berliner Missionswerks, Burhan Kesici, Mehmet Matur, BFV-Präsidialmitglied Integration und Vielfalt, und der Abteilungsleiter Fußball von Türkiyemspor Berlin, Ecevik Özman, über die Rolle von Religion und Diskriminierung im Fußball. Mehmet Matur unterstrich den verbindenden Charakter der beliebtesten Ballsportart der Welt: „Herkunft und Glaube spielen im Fußball eine untergeordnete Rolle. Auf dem Platz sind alle gleich. Da steht der Fairplay-Gedanke im Vordergrund und deshalb hat der Fußball in dieser Beziehung unserer Gesellschaft einiges voraus.“ Dennoch ist auch der Fußball nicht frei von Vorurteilen. „Muslimfeindliche Bemerkungen sind leider immer noch Alltag und das auf und neben dem Platz. Das Problem ist, dass daraus oft eine Abkapselung seitens der muslimischen Bürgerinnen und Bürgern folgt“, so Burhan Kesici. Roland Herpich brachte dann die Hoffnung aller Anwesenden auf den Punkt: „Wir wünschen uns eine dynamische Gesellschaft, die die Einflüsse der verschiedenen Kulturen in diesem Land kombiniert und dies als Fortschritt betrachtet. Vielfalt eben.“

Um Vorurteile abzubauen und für Vielfalt und Toleranz zu werben, dafür wurde das interreligiöse Fußballspiel „Pfarrer gegen Imame“ ins Leben gerufen. Und auch wenn diesmal die Imame als Sieger vom Platz gehen konnten, so zeigte sich am Ende eins: Gewonnen hat – wie in den zwölf Jahren zuvor – die Freundschaft.

Impressionen von der Veranstaltung