Fehlverhalten wird konsequent bestraft: Teil 5

Fehlverhalten auf und neben dem Platz wird sanktioniert und vom BFV veröffentlicht. Heute Teil 5. Foto: Getty Images.

Um zu dokumentieren, dass Gewalt auf Berlins Fußballplätzen nicht toleriert wird, informiert der Berliner Fußball-Verband regelmäßig über endgültige Sportgerichtsurteile. Heute Teil 5.

 Der BFV hat Schulungen und Kampagnen entwickelt, um Gewalt und Aggressivität auf und neben dem Platz entgegenzuwirken. Darüber hinaus werden verhängte Strafen gegen Vereine oder einzelne Spieler auch regelmäßig veröffentlicht. Der Sachverhalt wird anonymisiert geschildert, damit die Sanktionen nachvollziehbar sind. Der BFV verdeutlicht mit der Reihe „Fehlverhalten wird konsequent bestraft“, dass Respekt und faires Verhalten im Fußball gefördert werden und Zwischenfälle auf den Sportplätzen vom Sportgericht auf das Schärfste sanktioniert werden.

Beispiel 1: Spiel als verloren gewertet, Spielsperre bis zum 30.06.2015

Bei einer Begegnung in der Kreisliga C wurde festgestellt, dass sich einer der Spieler weder mit seinem Spielerpass, noch mit einer amtlichen Identifikationskarte ausweisen konnte, da beides nicht vorlag. Ein auf dem Mobiltelefon des Trainers abgespeichertes Foto des Personalausweises wurde vom Schiedsrichter nicht akzeptiert. Dies wurde im Nachhinein vom Sportgericht auch als vorschriftsmäßig befunden. Amtliche Dokumente, die auf dem Handy gespeichert sind, werden nach gängiger Rechtsprechung der Rechtsorgane des BFV nicht anerkannt. Die Strafe dafür, dass der Spieler sich nicht ausweisen konnte, äußert sich darin, dass das Spiel dem betroffenen Verein als verloren gewertet wird. Hinzuzufügen sei, dass der Schiedsrichter in einem solchen Fall nicht dazu befugt ist, das Mitwirken eines Spielers zu verhindern und die Partie deshalb trotzdem stattfand.

Die gleiche Strafe erhielt ein Verein nach einem Spiel in der Altliga Ü40. Grund dafür war das Verursachen des Spielabbruchs durch einen Spieler der Gastmannschaft. Nachdem dieser seinen Gegenspieler erst foulte und danach schubste, ließ er sich nach diesen Aktionen nicht mehr beruhigen. Der Schiedsrichter sah sich daraufhin gezwungen das Spiel zum Schutz aller Beteiligten abzubrechen. Neben der verloren gewerteten Partie wurde der Spieler der Gastmannschaft zusätzlich aufgrund von Tätlichkeiten zu einer Spielsperre bis zum 30.06.2015 verurteilt.

Beispiel 2: Spielsperre bis zum 31.12.2016

Während eines Spiels zweier Mannschaften in der Bezirksliga kam es erneut zu einem Vorfall, bei dem ein Schiedsrichter angegriffen und bedroht wurde. Nach dem Erhalt einer gelb-roten Karte schoss ein Spieler den Ball in Richtung des Schiedsrichters und traf ihn. Daraufhin brach dieser das Spiel ab und es kam zu einer Rudelbildung. Aufgrund der bedrohlichen Situation flüchtete der Unparteiische in Richtung Kabinen, wurde jedoch von oben genanntem Spieler und einigen seiner Mannschaftskameraden verfolgt. Vereinsmitglieder des gegnerischen Teams verhinderten, dass der Spieler zum Schiedsrichter vordringen konnte und machten dadurch einen weiteren Angriff unmöglich. Zusätzlich mussten die Türen des Gebäudes zum Schutz des Schiedsrichters abgeschlossen werden.

Der Spieler wird aufgrund der Tätlichkeit, der Bedrohung des Schiedsrichters und des dadurch verursachten Spielabbruchs zu einer Spielsperre bis zum 31.12.2016 verurteilt. Dass es sich bei der Verfolgung und der andauernden Bedrohung des Schiedsrichters nicht um eine Affekt-Tat handelte, wirkte sich in diesem Fall strafverschärfend aus. Darüber hinaus muss der verurteilte Spieler an einem Anti-Gewalt-Kurs teilnehmen. Die Spielsperre ist vom 01.01.2016 bis zum 31.12.2016 zur Bewährung ausgesetzt.

Beispiel 3: 6 Wochen Sperre, 125 Euro Geldstrafe

Während eines Spiels zweier D-Junioren-Mannschaften wurde ebenfalls ein Spielabbruch hervorgerufen, nachdem der Schiedsrichter von einem Spieler der Gastmannschaft beleidigt und geschubst wurde. Da es sich um eine Tätlichkeit handelt, wird der Spieler zu einer Spielsperre von 6 Wochen verurteilt. Darüber hinaus ist der Gastverein verpflichtet eine Geldstrafe in Höhe von 125 Euro zu zahlen, da fünf persönlich geladene Zeugen zur ersten Verhandlung nicht erschienen.

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