Fehlverhalten wird konsequent bestraft: Teil 4

Der BFV veröffentlicht regelmäßig Sportgerichtsurteile. Heute Teil 4. Foto: Getty Images.

Der Berliner Fußball-Verband veröffentlicht regelmäßig Sportgerichtsurteile. So wird dokumentiert, dass Gewalt auf Berlins Fußballplätzen nicht toleriert wird. Heute Teil 4.

In den vergangenen Wochen war vermehrt über Zwischenfälle und damit verbundene Spielabbrüche auf den Berliner Fußballplätzen zu lesen. Die Präventionsarbeit des BFV in Form von Schulungen, Seminaren und Kampagnen zu Themen der Gewalt im Fußball trägt bereits dazu bei, den respektvollen Umgang miteinander zu fördern. Kommt es dennoch zu Zwischenfällen auf den Sportplätzen, werden von den Spruchinstanzen Strafen verhängt und entsprechend durchgesetzt. Um zu zeigen, dass Gewalt und Aggressivität keinen Platz im Berliner Fußball haben und das Sportgericht derartiges Verhalten auf das Schärfste sanktioniert, veröffentlicht der BFV regelmäßig verhängte Strafen gegen Vereine und einzelne Spieler. Um die Sanktionen nachvollziehen zu können, wird neben der Strafe der Sachverhalt anonymisiert geschildert.

Beispiel 1: 1500 Euro Geldstrafe, Punktabzug und Verurteilung zu zwei Spielen unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Ein besonders schwerer Fall ereignete sich nach einem Spiel zweier A-Junioren-Mannschaften. Der Schiedsrichter wurde von zwei Elternteilen der Heimmannschaft mit dem Tode bedroht und massiv beleidigt. Als er nach dem Spiel das Vereinsgelände in Begleitung anderer Vereinsmitglieder verlassen wollte, wurde er erneut von einem der Elternteile bedrängt und mit Tötungsabsichten konfrontiert. Als der Schiedsrichter daraufhin die Polizei rufen wollte und sein Handy herausholte, wurde er unvermittelt mit der Faust ins Gesicht geschlagen.

Aufgrund der besonderen Schwere des Falles und der Tatsache, dass der Heimverein nur zwei Personen zum Schutze des Schiedsrichters stellte, obwohl dieser mehrfach mit dem Tode bedroht wurde, entschied das Gericht auf eine Geldstrafe von 1500 Euro. Eine reibungslose und sichere Abreise des Schiedsrichters hätte gewährleistet werden müssen. Darüber hinaus werden der Mannschaft am Saisonende drei Punkte abgezogen und die nächsten beiden heimischen Pflichtspiele müssen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Eine Milderung der Strafe kam hier nicht in Frage, da der verurteilte Verein bereits mehrfach auffällig geworden war.

Beispiel 2: 150 Euro Geldstrafe

Bei einem Aufeinandertreffen zweier B-Junioren-Mannschaften, kam es zu einer Sachbeschädigung durch die Gastmannschaft. Einer Aufforderung des Sportgerichts zu einer Stellungnahme zu dem Vorwurf wurde seitens des Vereins nicht nachgekommen. Da die Tatsache der Sachbeschädigung nichts mit dem sportlichen Auftreten einer Mannschaft zu tun hat und darüber hinaus dem Jugendfußball, sowie dem Berliner Fußball-Verband schadet, kommt es zu einer Verurteilung. Der Gastverein ist verpflichtet, eine Strafe von 150 Euro zu zahlen. Das Urteil basiert auf der Meldung des Sportamts Pankow, welches dem BFV das Fehlverhalten der Mannschaft mitteilte und darüber berichtete, dass die Polizei informiert und Strafanzeige gestellt wurde.

Fehlverhalten wird konsequent bestraft: Teil 3

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