
Reiner Delgado (li.) und Markus Beck (re), beide Blindenfußballer beim LFC Berlin, testeten die Sporttaschen auf ihre Tauglichkeit. Foto: Franziska Rein

Studierende und Jury vereint mit den entstandenen Sporttaschen Foto: Franziska Rein
Bei der Jurypräsentation in den Räumen der ESMOD in Berlin-Kreuzberg zeigten die Studentinnen der Jury ihre entwickelten Sporttaschen. Einen Monat hatten sie Zeit, sich voll und ganz dem Thema zu widmen. Unter dem Motto „Inclusive design“ entwarfen sie Taschen, die dem Sportverhalten körperlich behinderten Nutzer gerecht werden, ihnen aber auch den Alltag erleichtern sollten.
DFB-Stiftung Sepp Herberger unterstützte Projekt
Während des Projekts tauschten sich die Studentinnen mit Seh- und gehbehinderten Menschen aus und konnten dadurch Erfahrungen für ihre Produktentwicklungen sammeln. Die Sepp-Herberger-Stiftung des DFB unterstützte das Projekt und brachte die Studentinnen mit blinden Fußballern zusammen. Bei einem gemeinsamen Training lernten sie die besonderen Bedürfnisse der Spieler kennen und konnten sich auch selbst im Blindenfußball ausprobieren. Durch die Schirmherrin und mehrfache Paralympics-Gewinnerin im Sportschießen, Manuela Schmermund, erhielten die Studenten Einblicke in den Alltag mit einem Rollstuhl. Einige entworfene Taschen waren auch speziell auf diese Bedürfnisse angepasst und hatten zum Beispiel extra angefertigte Gurte für die Griffe des Rollstuhls angebracht.
Prototypen vielleicht schon bald im Handel
Nach der Vorstellung aller Arbeiten saß die Jury mit allen Taschen zusammen und beratschlagte über die drei besten Entwürfe. Diese werden auf ihre Produzierbarkeit überprüft und als Prototypen von der VIA Werkstatt für behinderte Menschen produziert. Die von der Jury als beste Arbeit gewürdigte Tasche „Cleverous“ von Vida Ipektchi besteht aus Fahrrad- und Motorradreifen sowie LKW-Plane. Sie ist dadurch sehr strapazierbar und vor allem regenfest. Praktische Klettverschlüsse sind angebracht. Sie haben den Vorteil, dass man das Öffnen der Tasche hört.
Die weiteren Taschen auf den Plätzen zwei und drei, „Last“ und eine Tasche aus Neopren namens „Pari“, überzeugten mit vielen Verstaumöglichkeiten, auch durch herausnehmbare kleinere Innentaschen.
Der Entwicklerin von „Cleverous“ war es während des ganzen Entwicklungsprozesses wichtig, „eine Beziehung zum Produkt zu bekommen“. Sie hätte nicht erwartet, dass ihre Tasche die Jury am meisten begeistern würde, freute sich aber sehr darüber und auch über die andauernde praktische Erfahrung während des Projekts, die sie auch weiterhin begleitet: „Ich denke bis heute über das Produkt nach, der Prozess ist noch nicht abgeschlossen“, so Studentin Vida Ipektchi.
Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Aspekt
Allen Taschen ist gemeinsam, dass sie nach Aspekten der Nachhaltigkeit, Wiederverwendbarkeit von recycletem Material, langer Haltbarkeit und Benutzerfreundlichkeit auf die besonderen Bedürfnisse von Sportlern angepasst und entwickelt worden sind.
Namenhafte Jury
In der Jury saßen neben Schirmherrin Manuela Schmermund, Wolfgang Watzke und Tobias Wresinski (DFB-Stiftung Sepp-Herberger), Dr. Alexandra Hildebrandt (Nachhaltigkeitsexpertin und Beauftragte des DFB für dieses Thema), Angelika Antz-Hieber (Allianz), Reiner Delgado und Manuel Beck (Blindenfußballer der Bundesliga), Esther Perbandt (Modedesignerin), Matthias Böhler (VIA Werkstätten für behinderte Menschen), Carolin Bahr-Roth (laktura, Werkstätten für behinderte Menschen), Gisela Rehm (Inhaberin des Modelabels Donna Rosa).