Der BFV

BFV-Sportgericht schließt beschuldigten Spieler aus dem Verband aus. Foto: Bongarts/Getty Images

BFV-Sportgericht schließt beschuldigten Spieler aus dem Verband aus. Foto: Bongarts/Getty Images

07.10.2011

Nach der Tätlichkeit gegen einen Schiedsrichter

BFV-Sportgericht schließt beschuldigten Spieler aus dem Berliner Fußball-Verband e. V. aus.

Das Sportgericht des Berliner Fußball-Verbandes verhandelte am Freitagabend, den 7. Oktober, die Vorkommnisse in der Begegnung der Senioren-Landesliga, Medizin Friedrichshain gegen TSV Helgoland, vom 16. September 2011. In der 86. Spielminute kam es in dieser Partie zu einem Zwischenfall, als der beschuldigte Spieler Hakan G. nach einer Gelb-Roten Karte den Schiedsrichter körperlich attackierte.

Die Kammer des Sportgerichts sah es durch die anwesenden Zeugen als erwiesen an, dass Hakan G. den Strafbestand nach § 38 Ziffer 1b (Tätlichkeiten gegen Schiedsrichter) der Rechts- und Verfahrensordnung (RVO) erfüllte, in dem er im oben genannten Spiel den Schiedsrichter Gerald Bothe mit der Faust in das Gesicht schlug. Der beschuldigte Spieler wurde daraufhin vom Sportgericht nach § 39 Ziffer 1j RVO aus dem Berliner Fußball-Verband e. V. ausgeschlossen und auf die „Schwarze Liste“ des BFV gesetzt. Das Urteil wurde vom Verein TSV Helgoland akzeptiert und ist damit rechtskräftig.

Nach der Rechts- und Verfahrensordnung des BFV kann das Sportgericht volljährige Mitglieder von Verbandsvereinen auf Dauer auf die „Schwarze Liste“ setzen, wenn sie vom BFV ausgeschlossen worden sind (vgl. § 47 RVO). Die „Schwarze Liste“ des Verbandes enthält Namen und Personen, die von keinem Verbandsverein als Mitglieder geführt werden dürfen.

Als Reaktion auf die zunehmende Anzahl der Spielabbrüche und die tätlichen Übergriffe auf Schiedsrichter werden vom 21. bis 24. Oktober 2011 sämtliche Pflichtspiele, die in die Zuständigkeit des BFV fallen, in der 10. Spielminute vom jeweiligen Schiedsrichter für fünf Minuten unterbrochen. Während dieser Spielunterbrechung soll durch verschiedene Maßnahmen - zum Beispiel mittels Durchführung einer Stadiondurchsage - für mehr Fairplay und gegen Gewalt gegenüber Schiedsrichtern appelliert werden. Diese Aktion gilt für alle Spielklassen, vom Herren- bis in den Juniorenbereich. Im Anschluss an die Spielunterbrechung wird die Partie ordnungsgemäß fortgesetzt.

Kevin Langner