Die Integrationskraft des Sports, insbesondere des Fußballs, ist seit den Mitgliedschaften der ersten Gastarbeiter in den Vereinen bekannt und wird in Diskussionen zur Integrationsarbeit stets herausgestellt. Allerdings reicht oftmals nicht die Teilnahme an dieser multikulturellen Sportgemeinschaft alleine, um eine verstärkte oder sogar vollständige Integration von Menschen und Sportlern mit Migrationsgeschichte in die Gesellschaft zu erreichen.
Viele dieser Erfolge hängen auch mit dem Bildungsstand zusammen. Daher setzt der Berliner Fußball-Verband, der bereits seit 1990 organisiert in der Integrationsarbeit viele Erfolge erzielen konnte, seit Mai 2007 mit einem neuen Projekt genau auf diesen Ansatz. Durch die Qualifizierung von Vereinsfunktionären, Übungsleitern und Schiedsrichtern in den für sie wesentlichen Themen der Verbandsarbeit wird ihre Integration in und ihre Bindung an den Verband verbessert. Erst dann kann der Fußballsport durch den Dialog der Vereine, durch den gemeinsamen Wettkampf, durch das Kennen lernen der verschiedenen, im Verband organisierten Kulturen zu einem Verständnis und damit zu einer verbesserten Integration, auch über das Verbandsleben hinaus, führen.
Neben der Qualifizierung der genannten Zielgruppen sollen im Rahmen des Projektes, das im ersten Schritt auf drei Jahre konzipiert ist und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert wird, auch die Angebote für Mädchen mit Migrationshintergrund verbessert werden, um auch ihnen den Einstieg in den organisierten Fußballsport zu erleichtern, da der sozio-kulturelle Hintergrund diesen Wunsch nicht immer fördert.
Viele der ethnischen Vereine im Berliner Fußball-Verband haben erhebliche Probleme im Umgang mit Satzung und Ordnungen und auch in der Zusammenarbeit mit den Gremien. Dies führt regelmäßig zu Schwierigkeiten für die Vereine, die sich selber in ihrer Arbeit einschränken. Eine der Hauptursachen ist eine große Unsicherheit bei den Funktionsträgern, die durch Unkenntnis der Strukturen und der Abläufe entsteht. Daher bietet das beschriebene Projekt den Vereinen die Ausbildung zum Vereinsmanager an. Die Qualifizierung erfolgt modular, da durch eine blockweise Ausbildung in der Woche Urlaub genommen werden müsste und am Wochenende Ersatzpersonen für die Vereinsorganisation gefunden werden müssten. Die Themen der Ausbildung werden über die DFB-Ausbildungsinhalte nach dem Bedarf der Vereine ergänzt. Hierzu werden die Vereine in enger Absprache in den Projektsteuerungsprozess einbezogen. Regelmäßige Treffen und Dialoge mit den Vertretern führen zu einer ziel- und bedarfsgerechten Vermittlung der Inhalte und vermitteln den Vereinen, dass sie dieses Projekt gemeinsam mit dem Verband tragen.
Die einzelnen Ausbildungsblöcke dauern zwei Stunden, zusätzlich zu den Teilnehmern der gesamten Ausbildung zum Vereinsmanager können Vereinsvertreter aller Vereine teilnehmen, für die das jeweilige Thema ebenfalls von Bedeutung ist. Dadurch wird der wichtige Dialog zwischen den Vereinen auch im Rahmen der Qualifizierungsarbeit gefördert. Für die Teilnehmer der Hauptzielgruppe, die Funktionäre und Vereinsmitarbeiter aus den ethnischen Vereinen, wird im Anschluss an das jeweilige Thema eine Vertiefung angeboten, die auch dazu dienen soll, sprachliche Defizite in kleinerer Runde ausgleichen zu können.
Die Teilnehmer werden im Anschluss im Rahmen einer öffentlichkeitswirksamen Veranstaltung zertifiziert, um die Bedeutung auch für alle anderen Vereine publik zu machen. Zusätzlich zur erleichterten Verbandsarbeit und damit verbesserten Integration des Vereins in den Verband dienen die qualifizierten Mitarbeiter als Multiplikatoren, die animiert werden, die Inhalte in ihrem Verein weiter zu geben. Bei Interesse und einer entsprechenden Teilnehmerzahl aus dem eigenen oder auch aus Nachbarvereinen können die einzelnen Module im zweiten Schritt auch direkt bei den Vereinen angeboten werden.
Viele Übungsleiter von Jugendmannschaften stehen in den Innenstadtbezirken vor der Aufgabe, Mannschaften aus bis zu 15 verschiedenen Nationen zu trainieren, auszubilden und zu fördern. Die Qualifikation für die sportliche Ausbildung haben sie in den meisten Fällen über Trainer-/Übungsleiterausbildungen oder entsprechende Kurzschulungen erlangt. Doch gerade in diesen Mannschaften spielen soziale Fragen eine wichtige Rolle, denen sich auch der Übungsleiter stellen muss. Doch hier geraten viele von ihnen verständlicherweise an ihre Grenzen. Das vorliegende Projekt bietet dieser Zielgruppe in Zusammenarbeit mit qualifizierten Dozenten und Referenten entsprechende Weiterbildungsangebote an, die über den sportfachlichen Bereich hinaus gehen und für die tägliche – auch integrative – Arbeit mit den Kindern dennoch sehr wichtig sind. Auch hier werden die Themen in enger Zusammenarbeit mit den Vereinen abgestimmt, um eine bedarfsgerechte Qualifizierung zu erreichen. Schwerpunkte der Qualifizierung liegen in Bereichen wie interkulturelles Lernen, Konfliktmanagement oder Umgang mit den Eltern.
Gerade zu Beginn einer Laufbahn ist der Schiedsrichter ein Einzelkämpfer. Anders als in Mannschaften können Misserfolge nicht mit den Teamkollegen geteilt werden, die Unterstützung wird oftmals in den Familien oder bei Gleichgesinnten gesucht. Gerade Jugendliche mit migrantem Hintergrund finden aber zu Hause nicht die notwendige Unterstützung, um die Misserfolge so zu verarbeiten, dass sie ihre Karriere mit unverminderter Motivation fortsetzen. Oftmals besuchen sie auch die monatlich tagenden Schiedsrichter-Lehrgemeinschaften nicht, um über den Austausch mit anderen Jungschiedsrichtern von positiven Erfahrungen und Erlebnissen zu erfahren.
Das vorliegende Projekt setzt in dieser Problematik von zwei Seiten an. Es werden besondere Nachbetreuungslehrgänge für diese Schiedsrichter angeboten, in denen einerseits vorhandene inhaltliche Defizite aufgearbeitet werden, um den Schiedsrichtern mehr Sicherheit für die Spielleitungen zu geben, andererseits Erfahrungen ausgetauscht, Hinweise zum Umgang mit Misserfolgen gegeben und Motivation vermittelt. Die Schiedsrichter werden nach Absprache mit den Schiedsrichter-Ausbildern der Anfängerlehrgänge ausgewählt und gezielt eingeladen, hier wird auch geprüft, ob der Einzelne regelmäßig die Lehrgemeinschaften besucht und dadurch bereits in die Schiedsrichtergemeinschaft integriert ist. Natürlich werden auf den Lehrgängen auch Anreize geschaffen, um im Nachhinein einen Besuch der Lehrgemeinschaften zu erreichen. Auf der anderen Seite werden die handelnden Personen im Schiedsrichterwesen qualifiziert. In Gesprächsrunden mit den Schiedsrichter-Ausbildern werden Handlungsempfehlungen gegeben, wie die Motivation für die Lehrgemeinschaftsbesuche gegeben und wie in der Ausbildung und in den Pausengesprächen erkannt werden kann, welche Schiedsrichter keine Unterstützung bekommen. Die Verantwortlichen der Lehrgemeinschaften werden interkulturell geschult, um mit den multikulturellen Gruppen entsprechend der Bedürfnisse arbeiten zu können. Zudem sollen die Lehrgemeinschaften einen Ansprechpartner mit migrantem Hintergrund in verantwortlicher Position schaffen, um so einen Fixpunkt besonders für die jüngeren Schiedsrichter zu installieren.
Etwa 60% der Mädchen mit migrantem Hintergrund spielen gerne Fußball, doch weniger als 10% der Interessierten tun dies auch im Verein. Erfahrungen und Gespräche haben gezeigt, dass hier viele Aspekte eine Rolle spielen: Fehlende Angebote, die auch auf die Bedürfnisse dieser Zielgruppe eingehen, fehlende Unterstützung innerhalb der Familie, oft bedingt durch eine Unsicherheit und auch durch fehlende Akzeptanz des Mädchenfußballs in vielen Kulturen, aber auch finanzielle Schwierigkeiten in vielen Familien. Hier sollen Kooperationen zwischen Schulen, Vereinen und dem Verband Abhilfe schaffen und so den Mädchen ihr Hobby auch im Verein ermöglichen. Gemeinsam mit dem von Ulf Gebken geführten DFB-Projekt an Schulen sollen im ersten Schritt Mädchen-Fußball-AGs eingerichtet werden. Über den Verband werden dann benachbarte Vereine für Kooperationen gewonnen, die im ersten Schritt die Betreuung der AG oder die Bereitstellung von Zeiten auf den Trainingsplätzen beinhaltet, da in vielen Schulen die Möglichkeiten für sinnvollen Fußballsport nicht gegeben sind.
Natürlich sollen die Mädchen perspektivisch die Mitgliedschaft in den Vereinen erreichen. Hier qualifiziert der Verband die Vereine vor Ort mit qualifizierten Partnern, damit die Vereine auf die Hemmnisse, vor allen Dingen auch religiöse Fragen, vorbereitet sind und den Eltern Antworten und Lösungen dazu geben können. Wenn die Vereine mit diesen Fragen umgehen können und auch wollen, werden über die Sportlehrer, die regelmäßig mit den Mädchen im Sportunterricht zusammen kommen, die Gründe für den Nicht-Eintritt in einen Verein festgestellt. Dies ist über diesen Personenkreis am besten möglich, da sie den persönlichen Zugang zu den Mädchen haben. Wenn weitere, über die genannten hinaus gehende Gründe festgestellt werden, wird gemeinsam mit den Vereinen auch hier nach einer Problemlösung gesucht. Im Anschluss daran werden die Eltern von den Schulen zu einem Informationsabend eingeladen, bei dem neben dem Sportlehrer Vertreter des Vereins und des Verbandes zugegen sind. Zudem werden den Eltern Vorbilder präsentiert, die als migrante Frauen im Fußballsport erfolgreich sind (Bsp. Aylin Yaren, Sinem Turac). Diese können Vertrauen wecken und den Eltern vermitteln, dass es sehr wohl lohnenswert ist und die Möglichkeit bietet, Stolz auf die Töchter zu entwickeln. Da sich die Mädchen über die Fußball-AG kennen, ist der Schritt in den Verein deutlich geringer, als wenn sie dieses Anliegen alleine vortragen. Um einen qualifizierten Trainingsbetrieb zu realisieren, werden die Übungsleiter für die neuen Mannschaften im Vorfeld entsprechend geschult, wobei sich diese Angebot besonders stark an migrante Frauen richtet.
Der Berliner Fußball-Verband e.V. (BFV) geht mit dem Projekt „Integration durch Qualifizierung“, das vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert wird, neue Wege in der Integrationsarbeit. Dabei liegt der Schwerpunkt in der Aus- und Weiterbildung von Vereinsfunktionären mit Migrationshintergrund, Vereinsfunktionären in migranten Vereinen sowie Vereinsfunktionären in Vereinen mit einem hohen Migrationsanteil. Durch die Vermittlung von sozialen- und interkulturellen Kompetenzen strebt das Projekt, neben den wichtigen Aspekten der Kommunikation und des gegenseitigen kulturellen Verständnisses, einen verbesserten Umgang der Vereine und ihrer Funktionsträger untereinander sowie in der Zusammenarbeit mit dem Berliner Fußball-Verband e.V. an.
Der Berliner Fußball-Verband e.V. (BFV) geht mit dem Projekt „Integration durch Qualifizierung“, das vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert wird, neue Wege in der Integrationsarbeit. Dabei liegt der Schwerpunkt in der Aus- und Weiterbildung von Vereinsfunktionären mit Migrationshintergrund, Vereinsfunktionären in migranten Vereinen sowie Vereinsfunktionären in Vereinen mit einem hohen Migrationsanteil. Durch die Vermittlung von sozialen- und interkulturellen Kompetenzen strebt das Projekt, neben den wichtigen Aspekten der Kommunikation und des gegenseitigen kulturellen Verständnisses, einen verbesserten Umgang der Vereine und ihrer Funktionsträger untereinander sowie in der Zusammenarbeit mit dem Berliner Fußball-Verband e.V. an.
Der Berliner Fußball-Verband gehört seit Jahren zu den Vorreitern der Integrationsarbeit im Sport. Neben dem wichtigen Aspekt der Kommunikation und des gegenseitigen Verständnisses, geht der BFV mit dem Projekt „Integration durch Qualifizierung“ (IdQ), das vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert wird, neue Wege in der Integrationsarbeit. Dabei liegt der Schwerpunkt in der Weiterbildung von Vereinsfunktionären und Übungsleitern von migranten Vereinen, migranten Vereinsfunktionären und Vereine mit einem hohen Migrantenanteil.
Nutzen Sie die Möglichkeit und melden Sie Ihre Vereinsvertreter kostenloszum Pilotlehrgang im September 2008 an.
Integration durch Qualifizierung – Flyer (PDF)
Integration durch Qualifizierung – Broschüre (PDF, 1.8 MB)
Integration durch Qualifizierung – Plakat (PDF, 2.7 MB)
Integration durch Qualifizierung – Lehrgangsinhalte (PDF)
Mo-Fr: 9.00 - 17.30 Uhr
breschkai.ferhad@berlinerfv.de
Terminplan und Seminarinhalte Nr.3 (PDF)
Terminplanung mit Referenten Nr.2 (PDF)
Terminplanung mit Referenten Nr.1 (PDF)
Integration durch Qualifizierung – Flyer (PDF)
Integration durch Qualifizierung – Broschüre (PDF, 1.8 MB)
Integration durch Qualifizierung – Plakat (PDF, 2.7 MB)